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<title>Früchtetee</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Früchtetee</span></h1>
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<p><b>Früchtetee</b> ist ein <a href="Tee" title="Tee">teeähnliches</a> Aufgussgetränk. Es gibt klassische Früchtetees aus einer einzigen Pflanzenart, wie <a href="Hagebutte" title="Hagebutte">Hagebuttentee</a>, und Mischungen aus verschiedenen Früchten. Die Geschmacksrichtungen richten sich nach der eingesetzten Fruchtpalette und reichen entsprechend von fruchtig bis blumig, lieblich, würzig oder fein-herb. Der Geschmack kann den Tee bestimmen oder wird von einer beabsichtigten (beispielsweise medizinischen) Wirkung vorgegeben. Kommerzielle Mischungen sind oft mit <a href="Aromastoff" class="mw-redirect" title="Aromastoff">Aromen</a> oder <a href="Vitamin" title="Vitamin">Vitaminen</a> angereichert. Früchtetees sind koffeinfrei und haben nahezu keinen <a href="Physiologischer_Brennwert" title="Physiologischer Brennwert">physiologischen Brennwert</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Definition">Definition</h2></div>
<p>Früchtetees werden als „Tee“ bezeichnet, sind aber <a href="Marke_(Recht)" title="Marke (Recht)">markenrechtlich</a> „teeähnliche Erzeugnisse“. Es sind aromatische Getränke aus getrockneten Pflanzenteilen, wie Früchten oder Fruchtteilen von Äpfeln oder Hagebutten oder auch Blättern und Blüten. Aus diesen Pflanzenteilen wird der Tee als <a href="Getr%C3%A4nk" title="Getränk">Getränk</a> durch Übergießen mit sprudelnd kochendem Wasser hergestellt.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Früchtetees werden auch <i>Teedrogen</i> genannt. Der Begriff <i>Droge</i> stammt vom niederländischen <i>droog</i>, gleich trocken, und bezeichnete ursprünglich einfach getrocknete Pflanzenteile.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Angeboten werden diverse <i>Monodrogen</i> (vom griechischen Wort für <i>allein</i>) wie Hagebuttentee und Mischungen aus verschiedenen Früchten.
</p><p>Die Abgrenzung zwischen Früchte- und <a href="Kr%C3%A4utertee" title="Kräutertee">Kräutertee</a> ist nicht scharf, letztlich werden auch Kräutertees aus bestimmten Pflanzenteilen hergestellt. Die Abgrenzung liegt deshalb vorzugsweise in der beabsichtigten Nutzung oder Anwendung.
</p><p>Bei Früchtetees gibt es Abstufungen im Zerkleinerungsgrad der verwendeten Früchte und Kräuter. Man spricht von Grobschnitt, wenn Pflanzenteile auf eine Größe von 2 bis 15 Millimeter zerteilt werden, und von Feinschnitt, wenn sie eine Größe zwischen 0,2 und 2 Millimetern haben. Daneben gibt es auch Pflanzenteile, die überhaupt nicht geschnitten werden, weil sie beispielsweise von Natur aus schon die Größe des Grobschnitts haben, wie <a href="Fenchel" title="Fenchel">Fenchelsamen</a> oder Wacholderbeeren.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Schnittgröße hat grundsätzlich keinen Einfluss auf den Geschmack und das Aroma des Früchtetees, sie richtet sich vielmehr nach der Zubereitungsform. Während der „lose Tee“ im Grobschnitt angeboten wird, kommen in den Aufgussbeutel zumeist feingeschnittene Früchte. In der Qualität unterscheiden sich beide Angebotsformen nicht. Generell gilt: Der Grobschnitt ist praktisch, wenn man eine ganze Kanne Tee zubereitet, für eine Tasse bietet sich der vorportionierte Teebeutel an.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Anbau">Anbau</h2></div>
<p>Die in Tees verwendeten Früchte werden größtenteils angebaut. Einige Früchte sind nach wie vor <i>unkultivierbar</i>, das heißt, sie lassen sich nicht anbauen und müssen wie in vergangenen Zeiten gesammelt werden.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Früchtetees sind Naturprodukte. Die Qualität der verwendeten Pflanzenteile wird von Klima, Boden und Witterung beeinflusst. Sie kann – auch wenn die Pflanzenteile aus demselben Anbaugebiet stammen – daher von einer Saison zur nächsten variieren. Die jeweiligen Pflanzenteile werden im Anbauland geerntet, gesammelt und getrocknet. Bevor sie in Deutschland weiterverarbeitet werden, durchlaufen sie strenge Qualitätskontrollen. Erst anschließend wird die Ware geschnitten und je nach Rezeptur gemischt.
</p><p>Die Pflanzen für Früchtetees werden sowohl konventionell als auch <a href="%C3%96kologischer_Landbau" class="mw-redirect" title="Ökologischer Landbau">kontrolliert biologisch</a> angebaut. Der Anteil der kontrolliert biologisch angebauten Früchtetees lag im Jahr 2010 bei fünf Prozent.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Inhaltsstoffe_und_Zusatzstoffe">Inhaltsstoffe und Zusatzstoffe</h2></div>
<p>Pflanzen haben grundsätzlich zahlreiche verschiedene Inhaltsstoffe: ätherische Öle, die maßgeblich den Geschmack und Geruch bestimmen, sowie Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Polyphenole. Früchtetees eignen sich dazu, den täglichen Flüssigkeitsbedarf energiearm zu decken.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Aromatisiertem Früchtetee werden geschmackgebende Lebensmittelzutaten (z. B. Gewürze) und <a href="Aromen" class="mw-redirect" title="Aromen">Aromen</a> hinzugefügt, um ihn geschmacklich zu verfeinern oder zu verändern.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Seit 28. November 2020 ist es in Deutschland unter Strafandrohung verboten, die lange Zeit gerne gegebenen Kräuter- oder Früchtetees für Säuglinge oder Kleinkinder in Verkehr zu bringen, denen Zucker, Sirup, Fruchtsaft, Honig, Malz o. ä. zugesetzt ist<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geschichte">Geschichte</h2></div>
<p>Die Verwendung von Früchten als Getränk zu reinem Genusszweck und zum Decken des Flüssigkeitsbedarfs wurde in der jüngeren Geschichte neu entdeckt, wurde aber bereits lange Zeit genutzt. Die Versorgungsengpässe bei Kaffee und Tee in Krisenzeiten führten dazu, dass einheimische Früchte für Aufgussgetränke verwendet wurden.<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Seit den 1950er Jahren ist der Markt für Früchtetees ständig gewachsen. Das gestiegene Gesundheitsbewusstsein der Verbraucher in den 1980er Jahren brachte eine wesentliche Erweiterung des Angebots. Neben klassischen Varianten wie Apfel- oder Hagebuttentee besteht ein erweitertes Sortiment, wobei auch Modeeinflüsse eine zeitweilige Änderung des Geschmacks mit sich bringen und den verstärkten Einsatz von Früchten wie <a href="Sanddorn" title="Sanddorn">Sanddorn</a> oder <a href="Cranberry" class="mw-redirect" title="Cranberry">Cranberries</a> bedingen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Aufbewahrung_und_Zubereitung">Aufbewahrung und Zubereitung</h2></div>
<p>Die geeignete Aufbewahrung von Früchtetees ist wichtig für einen gleichbleibenden Geschmack, die Fruchteigenschaft bedingt eine kühle und trockene Lagerung, zudem sollten sie dunkel und luftdicht verschlossen untergebracht werden. Der Früchtetee-Vorrat verliert in Nähe zu anderen stark riechenden Kräutern und Gewürzen an Qualität. Entsprechend sind geöffnete Packungen zügig aufzubrauchen.
</p><p>Bei handelsüblichen Angeboten genügt ein gehäufter Teelöffel, entsprechend dem Teebeutel, pro Tasse. Da sich die Geschmacksintensität mit der Früchtemenge verstärkt, unterliegt die Menge selbstverständlich dem individuellen Anspruch. Einfluss auf die Qualität des Früchtetee-Aufgusses hat das Wasser, allgemein empfohlen wird frisches, möglichst kalkarmes Wasser, das sprudelnd kochend über den Früchtetee gegossen wird. In der Regel ist der Geschmack nach 8 und 10 Minuten optimal erreicht, bei Teebeuteln etwas kürzer. Für die Empfehlungen des Herstellers gibt es Anweisungen auf den Packungen.
</p><p>Aus den Südstaaten der USA kam auch die Zubereitungsform des <a href="Eistee" title="Eistee">Eistees</a> („iced tea“), wobei das frisch bereitete Getränk durch schnelles Abkühlen, beispielsweise mit Eiswürfeln, trinkfertig gemacht wird.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">BMEL: Neufassung der Leitsätze für Tee, teeähnliche Erzeugnisse, deren Extrakte und Zubereitungen vom 17. Dezember 2013 <a rel="nofollow" class="external autonumber" href="https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ernaehrung/Lebensmittel-Kennzeichnung/LeitsaetzeTee.pdf?__blob=publicationFile&v=2">[1]</a></span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Thorsten Dresler u. a.: <i>Dr. Oetker Lebensmittel Lexikon</i>. 4. Aufl. Dr. Oetker Nahrungsmittel KG, Bielefeld 2004</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Max Wichtl (Hrsg.): <i>Teedrogen und Phytopharmaka: Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage</i>. 5. Aufl., Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2009.</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Angela Bechthold: <i>Kräuter- und Früchtetee – Trendgetränk mit Heilwirkung?</i>. In: 2005, Ernährungslehre und -praxis, Ernährungs-Umschau: B46–B48 (<a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.ernaehrungs-umschau.de/media/pdf/pdf_2005/11_2005/EU11_B46_B48.pdf">PDF</a>)</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">Auswertungs- und Informationsdienst für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten: <i>Kaffee, Tee, Kakao, Kräutertee</i>, Bonn 2000.</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">Wirtschaftsvereinigung Kräuter- und Früchtetee: <i>Marktreport 2010</i>. <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
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</style><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20120227153717/http://www.wkf.de/article/articleview/430/1/6/">Archivierte Kopie</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> des <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r250917974">
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</li>
<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text">Kerstin Köhnke: <i>Der Wasserhaushalt und die ernährungsphysiologische Bedeutung von Wasser und Getränken.</i> 2011, Ernährungs-Umschau, S. 88–95</span>
</li>
<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text">BMEL: Neufassung der Leitsätze für Tee, Kräuter- und Früchtetee sowie deren Extrakte und Zubereitungen vom 25. April 2022 <a rel="nofollow" class="external autonumber" href="https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ernaehrung/Lebensmittel-Kennzeichnung/LeitsaetzeTee.pdf?__blob=publicationFile&v=6">[2]</a></span>
</li>
<li id="cite_note-9"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-9">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.gesetze-im-internet.de/frsaftv_2004/__8.html">§ 8</a> Abs. 2 S. 2 und Abs. 4, § 11 Abs. 1 <a href="Fruchtsaft-_und_Erfrischungsgetr%C3%A4nkeverordnung" class="mw-redirect" title="Fruchtsaft- und Erfrischungsgetränkeverordnung">Fruchtsaft- und Erfrischungsgetränkeverordnung</a></span>
</li>
<li id="cite_note-10"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-10">↑</a></span> <span class="reference-text">Monika Beutgen: <i>Kräuter- und Früchtetees: Eine Produktgruppe auf der Suche nach ihrer rechtlichen Identität</i>. In: <i>Festschrift für Michael Welsch</i>. Seite 385–394, Behrs Verlag, Hamburg 2010</span>
</li>
</ol>
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